Donnerstag, 30. August 2012

Cañon de Colcan 29.-30.8.

So, bin wieder zurück in Arequipa. Gestern gings früh um 8 los zum Cañon de Colca, dem zweitgrößten der Welt. Auf dem Weg dorthin gabs die obligatorischen Stopps, erst Vicuñas kucken, dann Lamas und Alpacas und auf 4900m einen Stopp um die Vulkane zu bewundern (und einen Cache zu heben). Am frühen Nachmittag kamen wir dann in Chivay an, sozusagen der Hauptstadt des Cañons. Nach einem großen Buffet in einem typischen Touri-Restaurant bezogen wir das Hotel. Lustig, hatte Hostel gebucht und war auf Dorm eingestellt, landete aber in einem Einzelzimmer im Hotel ;-) Sag ich dann auch nicht nein. Wir erkundeten ein wenig die "Stadt", es war super warm, dann gings zu den heißen Quellen bzw. zur Zip Line (Flying Fox). Da ich diesbezüglich ja etwas andere Ansprüche hab als meine normalen Mitmenschen, hab ich die heißen Quellen bevorzugt. Sah auch nicht so superschnell aus, nicht anders als am U-See, nur halt übers Tal... Abends gings wieder in eine typische Touristenabsteige, da würde auch niemand 2x hingehen, keiner war wirklich von seinem Essen begeistert... Ich glaub ich hatte die schlechteste Pizza meines Lebens! (Mama, sogar schlechter als die Wagenräder in Norwegen!) Dazu gabs die obligatorischen Volkstänzchen, bei denen natürlich die Touris mitmachen mussten. Naja, wer mich kennt, weiß, was ich von solchen Veranstaltungen halte. Zumindest konnte ich mich vorm Rumgehupfe drücken, mit Tanzen hatte es nicht so viel zu tun. Heut gings um 6 los. Zum Glück konnte ich unsren Guide gestern in letzter Sekunde davon überzeugen, dass ich nicht um 5 geweckt werden will. So schlief ich bis dreiviertel, schnappte mir eine Semmel vom Frühstück und losgings.
Mit einigen Aussichtsstopps und zwei Dörfern kamen wir gegen halb 9 zum Highlight der Tour: Cruz del Condor, wo man Condore beobachten kann. Die haben eine Flügelspannweite von über 3m! Und tatsächlich, als wir ankamen, kreisten sie schon, ließen sich einfach so von den warmen Luftströmungen tragen! Gigantisch, echt tolle Vögel. Nur bisschen schnell zum Fotografieren, da hab ich mir doch tatsächlich mal ne Spiegelreflex hergewünscht... Nach einer Stunde beobachten gings wieder zurück nach Chivay zum Mittagessen, gleiches Restaurant. Ein großer Teil beschloss, am Markt essen zu gehen, so wurde ich für nicht mal 1,50€ pappsatt (Maiskuchen, was Doughnut ähnliches und frisches Obst).
Danach gings wieder Richtung Arequipa, wo wir nach einer Pause mit Platten gegen 4 ankamen. Jetzt ists viertel 6, in ner Stunde muss ich dann zum Bus, es geht weiter nach Paracas/Pisco zum Seegetier-Watching. Und endlich an den Pazifik!!!

Dienstag, 28. August 2012

Arequipa 27.-28.8.

Nachdem ich gestern in Cusco so vor mich hingammelte ohne wirklich was zu machen, gings abends mit dem Bus weiter nach Arequipa. Der Luxusbus mit Steward und Abendessen, leider auch mit Animation (nach dem Essen um 10, wo ich pennen wollte, erstmal Bingo in voller Lautstärke übers Mikro, dann noch bis 12 ein Film...) Dank der 1000 Kurven und der Bremshubbel, die sie hier ja echt lieben, hab ich glaub ich gar net geschlafen und kam ziemlich gerädert in Arequipa an. Gleich weiter ins Hotel, wo ich mir erstmal für die nächsten 3h die Couch im Aufenthaltsraum schnappte. Danach gings los in die Stadt, der Plaza de Armas ist hier echt besonders schön. Dann gabs erstmal Frühstück in einem süßen französischen Kaffee.
Danach machte ich mich auf, das berühmte Kloster hier zu besichtigen, echt riesig und sehr schön, wie aus einer anderen Zeit. Im Anschluss gabs sehr leckere Falafel, danach zog ich noch etwas durch die Gegend und organisierte meine nächsten Tage: Morgen gehts zu einer Zweitagestour in den Cañon de Colca, einer der tiefsten der Welt, gegen den der Grand Cañon wohl eher flach aussieht. Dort kann man, wenn man Glück hat, Kondore aus nächster Naehe beobachten. Im Anschluss daran fahr ich weiter nach Pisco, endlich an den Pazifik. Dort gibts noch mehr Tiere, Flamingos, Seelöwen, Pinguine und mit Glück Delfine. Nach all der Organisiererei wars dann mal an der Zeit, die Sonne zu geniessen, die vom Himmel brennt. Also zurück zum Hostel und in den Hinterhof in die Hängematte. Leider kam grad eben die Hauswand vorbei und jetzt ists schattig...

Sonntag, 26. August 2012

Huayna Picchu und Machu Picchu trocken 26.8.

So, heute sollte also der Tag mit Sonne werden. Hm, naja, so ganz hats net geklappt. Aber es war trocken und warm, bewölkt, aber die Sonne kam dann doch mal raus. Hab gut geschlafen in meinem Hostel (war die erste im und die letzte ausm Bett). Immerhin hatte ichs nicht eilig und wollte nicht schon um 6 aufm Berg sein. Also gings eher gemütlich los. Um 9 saß ich im Bus. So kam ich ich wieder nach Machu Picchu und konnte sehen: Da sind tatsächlich Berge außenrum ;-) Dann gings mal wieder steil bergauf, der Huayna Picchu rief, ca. 300-400 Höhenmeter erwarteten mich. Aber das kann mich ja nicht mehr schocken und so stapfte ich los. Wieder einmal große schiefe Stufen, aber egal, nach 40 Min. war ich oben und hatte einen herrlichen Blick auf die alte Inkastadt. Nach etwas Chillen und einigen Oreokeksen gings wieder runter und mein Muskelkater machte sich doch mehr als bemerkbar. Vermutlich war ich die einzige, die runter schlimmer fand als rauf.
Danach gings nochmal quer durch Machu Picchu, alles, was wir gestern sahen, wurde nochmal trocken fotografiert... Dann bin ich auch nochmal hoch zur Puerta del Sol. Von da aus hätten wir tatsächlich zum ersten Mal die Stadt sehen können! Aber so ganz repariert war die Puerta wohl doch noch nicht. Sie tropfte zwar nimmer, aber wolkig wars halt immer noch. aber macht nix, hat sich trotzdem gelohnt!
Dann gings wieder abwärts. Zurück in der Machu Picchu (muss man übrigens Pichtschu aussprechen, ohne ch ists wohl was nicht ganz so nettes...) suchte ich mir noch ein schönes Plätzchen, um etwas zu lesen, dann fuhr ich zurück nach Aguas Calientes, diesmal ganz ohne Anstehen am Bus! Grad gabs Spaghetti Aglio Olio, damit die nachher im Zug auch was von mir haben. Jetzt noch 2h abhängen, dann fährt er und dann bin ich gegen 11 abends wieder in Cusco im Hostel. Morgen mach ich dann wohl gar nicht viel außer meinen Muskelkater kurieren. Abends fahr ich dann weiter nach Arequipa. Mal sehen, wohin es mich danach verschlägt...

Samstag, 25. August 2012

Inka Trail & Machu Picchu - heimliches Highlight?!? 22.-25.8.

Tag 1: Nach einer ziemlich schlaflosen Nacht - der Idiot unter mir schnarchte lauter als die Dezibelangabe meiner Ohrenstöpfel erlaubt, die Tussi, die nachts um 1 reinkam, meinte das Licht anmachen zu müssen statt ne Taschenlampe zu benutzen wie alle anderen auch - klingelte dann doch schon um Viertel 6 der Wecker.
Abholen zwischen halb 6 und 6 - war dann Viertel 7, Mist ;-) Schnell war unsre Gruppe vollständig, ein Team von vier Mädels, Raelee aus Australien, Frieda und Victoria aus ScChweden und ich, alle ziemlich im gleichen Alter. Dazu vier Porter (einer davon auch Koch), zwei Guides Carlos und Saul und der Fahrer. Wir verstanden uns gleich von Anfang an ganz gut, konnte lustig werden. Nach eineinhalb Stunden Fahrt gabs ne Pause und ein Frühstück, dann gings weiter zum Startpunkt. Dort lagerten schon einige Gruppen und versuchten ihr Gepaeck irgendwo zu verstauen. Ich war schon mal ganz froh darüber, dass ich mir den Luxus eines "halben" Porters gegönnt hatte, so konnte ich meinen Schlafsack und eine weitere Tüte abgeben statt eine Schlafmatte aufgeladen zu bekommen. Auch die Entscheidung für einen Trekkingstab sollte sich noch als supertoll herausstellen (danke, Karsten...)
Die Porter rannten los, kaum waren sie beladen. Und beladen ist der richtige Ausdruck, mein großer Backpackerrucksack ist Mini dagegen, mit bis zu 25kg sind die unterwegs, teils in Sandalen und dann überholen sie dich, wenn du schnaufend am ersten Hügel hängst. Wirklich wahr, Respekt! Früher war das Gewicht übrigens nicht begrenzt, so dass manche mit 50-60kg unterwegs waren! Wir waren dann auch startklar und es ging zum Checkpoint, Ticketkontrolle und der erste von 5 Stempeln in den Pass ;-) Nach einer kleinen Steigung zu Beginn gings relativ ebenerdig, erst kurz vor der Mittagspause gings einmal steil bergauf. Schnaufend und schwitzend kamen wir an und wurden schon erwartet: Das Essenszelt stand inkl. Stühlen und Tisch, unser Kellner-Porter erwartete uns mit was pappsüßem zu trinken. Die Sonne brannte und der Bach direkt nebenan lud zum Fußbad ein (Eis!!!)
Nach kurzer Entspannung gab dann Lunch, Suppe und Reis mit Kartoffeln und verschiedenem Gemüse, superlecker! Nach nem Tee und ner kurzen Siesta gings dann weiter, die erste echte Steigung stand uns bevor. Man sah sie schon von weitem, eine diagonale Linie am nächsten Berg. 15 Min später hatten wir sie schon geschafft. Etwas tot gabs ne kurze Rast: "Morgen gehts 5h so bergauf!", meinte unser Guide zu allgemeinen Freude... Den restlichen Tag gings mehr ab- als aufwärts und meistens ziemlich gradeaus, insg. waren es 9km. Als wir gegen halb 5 im Camp ankamen, standen unsre Zelte schon und wir konnten direkt einziehen. Kurz darauf gabs Tee, Kakao und Popcorn, wenig später Abendessen, wie immer mit Suppe und Hauptspeise und Tee danach. Und wie immer superlecker! Um kurz vor 8 fielen wir dann in die Schlafsäcke, der naechste Tag sollte immerhin der hrteste werden...
Tag 2:
Weckruf mit Tee um halb 6, ja ihr lest richtig, Coca-Tee ans Bett - äähh Schlafsack!!! Ich hatte ziemlich gut geschlafen und fühlte mich fit für den Tag. Um 6 gabs Frühstück mit Omelette, Porridge (hatte ich noch nie, aber entgegen meiner Erwartungen wars voll lecker gemacht) und Brötchen. Gut gestärkt konnten die 5h und 1000 Höhenmeter kommen (und wir sprechen hier nicht von Start auf Meereshöhe und dann hoch, sondern wir waren schon auf 3200m...). Nachdem wir unsere Porter vorgestellt bekamen und umgekehrt, zogen wir los und passierten um 8 den Checkpoint (2. Stempel). Saul verließ uns hier, um in Machu Picchu wieder zu uns zu stoßen.
Die Sonne kam raus und wir waren guter Dinge. Das erste Drittel sollte 1 1/2 Stunden dauern, wobei wir nicht aufeinander warten sollten, sondern jeder musste sein eigenes Tempo finden. Ich startete langsamer als die anderen und versuchte ein erträgliches Tempo zu finden. Die teilweise sehr großen Stufen machten das nicht gerade einfach, doch es gelang mir ganz gut und ich konnte bald mit Raelee an unsren Nordlichtern vorbeiziehen. Nach je ca. 20 Min. machte ich ne kurze Pause, aber meist nur 1-2 Min., da ich mich nach längeren Stopps immer ziemlich matschig fühlte. Dies war die richtige Entscheidung, schon nach gut einer Stunde stand ich völlig unerwartet am ersten Lager, wo ein paar Frauen Getränke und Süßigkeiten verkauften (die sie nur mit ein paar Lamas dort hoch bringen mussten!!! Sie selbst schlafen auch unten im Dorf...) Ein Hoch auf meinen Camel-Pack, dadurch hatte ich 3l aufm Rücken und musste zum Trinken nie meinen Rucksack aufmachen ;-) Nach ca. 10 Min waren auch die beiden anderen da. Das zweite Drittel sollte das härteste werden, 2h, größtenteils hohe schiefe Felsstufen. Ok, los gehts, in meinem gleichmäßigen Tempo stapfte ich los. Und unglaublich, nach 1h war ich am nächsten Stop angelangt! Ich konnte es kaum glauben, aber alle um mich herum bestätigten es mir grinsend. Hier war der letzte Halt, um etwas zu kaufen, das Geld wurde zusammengelegt und für den Abend eine Flasche Rum gekauft ;-) Auf ins letzte Drittel, man konnte den Pass schon sehen, er schien mir unglaublich weit weg. Nach einem verhältnismäßig leichten Anfang, musste man sich das Ende wirklich hart erkämpfen. Den Pass immer vor Augen, das war auch gut so. Etwa 10 Min. vorm Ziel konnte ich die Leute oben jubeln hören, immer wenn einer ankam. Das Grinsen machte sich in meinem Gesicht breit und ich stapfte weiter. Und schließlich, um Punkt 12, war ich oben! Das geilste Gefuehl überhaupt, 4200m, hart erkämpft! Und das in 4 statt 5h, inkl Pausen. Nachdem die anderen auch da waren, die obligatorischen Fotos gemacht waren, Patchamama ein Opfer gebracht wurde und wir alle einen Schluck aus unsrer Rumflasche genommen hatten ;-), gings abwärts, gut 1 1/2h zum nächsten Camp. Auch hier war der Stock Gold wert! Und so fiel ich um 2 in mein Zelt, wir hatten es geschafft, Tag 2 war erledigt! Dann folgte das üblich, Mittagessen, kalte Dusche (eiskalt, mein Kopf ist erfroren), chillen, Tee und Kakao, diesmal aber mit Rum ;-) und Abendessen. Etwas später, gegen 9 fielen wir wieder in die Schlafsäcke, die Nacht sollte kälter werden, aber mit meiner Ausrüstung null Problem.
Tag 3: Der längste mit 16km. Es ging wieder los wie an Tag 2, aber zum Frühstück erwartete uns mal wieder eine neue Überraschung: Hatte unser Koch es irgendwie geschafft, auf seinem Campingkocher eine Torte zu backen! Inkl. Deko natuerlich! Sehr lecker, allerdings rächte sie sich etwas, es ging die ersten 2 Stunden bergauf... Aber gut, uns konnte nichts mehr schocken. Zwischendurch gabs auch noch eine Inkaruine und eine Lagune. Bald erreichten wir den 2. Pass, danach gings abwärts, vorbei an einigen Ruinen zum Camp, das wir schon um 11 erreichten und wo wir wieder erwartet wurden. Nachmittags gings nochmal eine Stunde mehr oder weniger bergauf, dann nur noch steil abwärts. Es sollte sich heute früh rächen...
Nach der letzten und größten Inkastätte vor Machu Picchu erreichten wir unser Camp, uns sollten nur noch 2h vom Ziel trennen. An dem Tag wäre ich auch keinen Schritt mehr gelaufen... Während wir beim Tee sassen, gings los, es schiffte wie aus Eimern. Ganz wohl war mir nicht beim Gedanken an das Zelt um die Ecke, aber soviel Optionen gabs nicht. Also Vertrauen. Als wir mit dem Abendessen fertig waren und uns von den Portern verabschiedet hatten (heute musste alles schnell gehen), hörte es auf, was uns hoffen ließ. (Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt...) Tag 4: Um drei sollten uns unsere Porter wecken, aber ich wurde von was anderem wach. Tropf Tropf Tropf... Nee, ne. Es pisste! Haben wir das verdient?!? Nach 3 Tagen hartem Kampf gegen Berge und uns selbst? Wir frühstückten und gingen zum Checkpoint, es nieselte nur noch. Wir waren die 2. Gruppe, nur 3 Mann vor uns, jetzt hieß es warten, der Checkpoint öffnet um halb 6. Kurz nach uns kamen aber schon die großen Gruppen, unser früher Aufbruch war richtig. Kaum war der Checkpoint besetzt gings los, im Laufschritt zur Puerta del Sol, dem Sonnentor. Hm, offensichtlich war es heute kaputt. Es pisste, als wir dort waren und von Machu Picchu war nichts zu sehen.
Also schnell weiter, aber es sollte nicht besser werden. Patchamama weinte, was das Zeug hielt. In Machu Picchu selbst trug fast jeder ein Regenzelt, der Umsatz im Ort musste echt riesig sein! So besichtigten wir alles im strömenden Regen und versuchten dabei, wenigstens die größten Pfützen zu umgehen. Am Ende waren meine Füße irgendwie das einzig wirklich trockene! Aber im Gegensatz zu den anderen hab ich eine zweite Chance, da ich morgen auf den Huana Picchu, den Berg nebenan steig und daher nochmal zurückfahre. Und angeblich wirds nach Regentagen immer sonnig... wie gesagt, die Hoffnung stirbt zuletzt... Gegen 10 gaben wir endgültig auf, ab zum Bus. Leichter gesagt als getan, Menschenmassen hatten das gleiche Ziel. Und es gab schon lautes Geschrei, wenn einer nicht gleich das richtige Ende der Schlange fand. Um 11 wars geschafft, wir saßen tropfend im Bus nach Aguas Calientes. Dort gings zum Trocknen und Auftauen erstmal in ein Restaurant. Ok, obenrum gings, meine Jacke unter der Regenjacke war nur nass, wo sie raushing und unten, weil meine Hose sich halt völlig vollgesogen hatte. Bei Tee (mit Rum) und Pizza wurde es aber langsam besser. Danach ging ich mit den anderen zum Bahnhof, da sie nachmittags zurückfuhren, die Porter brachten mich noch zum Hostel. Dort wurde erstmal alles zum Trocknen ausgebreitet, derartige Wassermassen kann mein Rucksack scheinbar nicht stundenlang aushalten... Ich selbst bin gleich weiter, hier gibts nämlich heiße Quellen ;-) Fast ne Stunde war ich in der warmen Plörre, jetzt fühl ich mich halbwegs sauber und aufgetaut. Langsam krieg ich auch wieder Hunger, werd wohl mal ne Futterstation suchen gehen. Drückt mir die Daumen, dass mein 2. Tag hier besser wird und ich doch noch ein Bild mit dem obligatorischen Berg im Hintergrund hinkrieg...

Sacred Valley 21.8.

So, zurück in der Zivilisation von heute, aber alles der Reihe nach von vorne: Vor mittlerweile vier Tagen war ich im Sacred Valley, dem heiligen Tal der Inkas. Wobei ich gelernt habe, dass das die falsche Bezeichnung ist, denn Inka bezeichnet eigentlich nur den König dieses antiken Volkes. Den genauen Namen kann ich leider nicht aussprechen, geschweige denn schreiben, aber Quechua hat sich davon abgeleitet. Los ging das ganze in Pisco oder so mit einem Besuch auf dem Markt. Dem Tourimarkt. Also erstmal dort ne dreiviertel Stunde absitzen... Dann gings zum antiken Pisco, deutlich spannender. So langsam zeigte sich auch meine Höhenanpassung, während andere schnauften und kaum vorwärts kamen, gings bei mir doch recht gut ;-)
Nach der Führung gings dann zum Mittagessen, danach zur nächsten Inkastaette, schande auf mein Haupt, hab den Namen komplett vergessen... Ganz viele Stufen, die ich aber souverän meistern konnte... Einige Touris wurden dort dann zurück gelassen, da sie von dort aus mit dem Zug weiter nach Machu Picchu fuhren.
Bevor wir anderen zurück nach Cusco kamen, gings noch zu einer letzten Stelle, wo uns gezeigt wurde, wie der Weg vom Alpaca zum Pulli, Schal oder Handschuh verläuft. Natürlich mit der Option zum Kauf. Zum Abschluss gabs noch eine alte tolle Kirche, die auf Inkaruinen gebaut wurde. Um 7 war ich dann wieder im Hostel, es ging ans Packen für den Inkatrail und zur letzten warmen Dusche der ächsten Tage...

Montag, 20. August 2012

Cusco 20.8.

So, nach einer relativ schlaflosen Busfahrt - von wegen Full Cama, da würde El Dorado aus Bolivien drüber lachen, war Semi Cama, nur etwas breiter, aber das hilft kaum beim Schlafen - kam ich früh um 5 im Hostel an und hab erstmal weitergeschlafen. Ich muss sagen, echt tolles Hostel, ziemlich groß, aber warme Zimmer, heiße Dusche, sauber, ... Dazu ne Bar, ein schöner Innenhof, leider ist die Sonne grad von meinem Schaukelstuhl verschwunden...
Hm, so lang konnte ich dann doch nicht schlafen und dann bin ich gegen 10 aufgebrochen, die Stadt zu erkunden. Echt schön, lauter alte Kolonialstilhäuser, Kirchen, ... und ziemlich warm, war die ganze Zeit im Top unterwegs. Am Markt gabs zwischendurch ne Vitaminbombe in Form eines Maracuja-Osafts, natürlich frisch gepresst.
Dann bin ich noch auf nen Berg gestiegen, um die Aussicht zu genießen. Kurz vorm Gipfel musste ich dann netterweise erfahren, dass es dann 70 Soles kostet, über 20€!!! Bissl ham sie schon den esch offen ;-) Also Rückzug, dabei fand ich aber ein supersüßes vegetarisches Restaurant, es gab ein Menü für grad mal 2,50€ inkl. leckerem Tee-Ananas-Getränk. Dann bin ich noch weng weiter durch die Stadt spaziert.
Jetzt, halb 4, bin ich zurück im Hostel, chillen. Später muss ich nochmal los zum Briefing für meinen Inkatrail. Vorgezogen, da ich mir morgen das Sacred Valley anschauen werde. Wenn ich Zeit finde, melde ich mich morgen nochmal, ansonsten bin ich die nächsten 5 Tage auf den Spuren der Inkas unterwegs.

Sonntag, 19. August 2012

Lake Titicaca 17.-19.8.

So, zurück am Festland. Vorgestern war ich in Sillustani, so ne alte heilige Stätte hier in der Nähe am Festland mit sehr seltsamen Türmen. War ganz schön, aber sowas von windig... Gestern früh gings dann los auf die Inseln. Um halb 8 wurde ich mit dem Bus am Hostel abgeholt und er füllte sich schnell. Die Hälfte - wie könnte es anders sein - Franzosen (oder fr. Kanadier...) Da stellen sich mir schon die Zehennägel auf, wenn die früh einsteigen und einen mit Bonjour begrüßen! Hallo, ich sag ja auch net, Morgen, wenn ich einsteig!!!
Na gut, Ohren zu und durch. Es ging dann zum Hafen, wo wir in unsere Schiff eingeladen wurden. Zunächst gings zu den Islas Uros, schwimmende, aus Floß gebaute Inseln. Wir wurden schon freudestrahlend (echt touristisch) empfangen und auf einer Insel wurde uns dann erstmal erklärt, wie die Inseln gebaut werden und wie die Leute dort leben. Ganz stilecht mit Handy und Fernseher, denn seit den 90ern gibts dank Solarzellen Strom... Passt nicht so ganz, wenn sie in ihrer Tracht rumstehen und dabei telefonieren ;-) Dann wurde natürlich fleißig verkauft, hab mich erfolgreich zurückgehalten, die Bedeutung einer großen Wandstickerei erschließt sich mir nicht so ganz... Danach konnte man sich für ca. 3€ in einem orginalgetreuen Boot zur Hauptinsel rudern lassen, hm, ok, ich hab unser Schiff genommen...
Nach Uros gings dann weiter auf die doch schon weit abgelegene Insel Amantani, ca. 3h Bootsfahrt lagen vor uns. Dort angekommen wurden wir auf Familien verteilt, wo wir übernachten sollten. Und wies der Zufall wollte, wurde ich mit dem einzigen anderen deutschen Touri, Hanna aus Berlin zusammen einquartiert. Mit uns kam eine Kanadierin und eine Amerikanerin, die in Cusco Englisch unterrichten in irgendeinem Projekt. Und: Ein Franzonsenpaar, Ende 20, das kein (!) Wort Englisch konnte, geschweige denn Spanisch!!! Hallo?!? Wie kann ich nach Südamerika reisen und erwarten, dass alle Französisch können?!? unglaublich. Aber tatsächlich, einer der Guides, der auch bei uns schlief, konnte fließend französisch. Trotzdem unmöglich! Hab die drei Brocken, die ich noch kann, natürlich dezent verschwiegen... So fanden die Unterhaltungen beim Essen eben immer unter 8 Ohren statt ;-) Ok, es ging also ins Haus unsrer Gastfamilie zum Zimmer beziehen und Mittagessen. Das Zimmer war der Wahnsinn, besser als alle Hostelzimmer bisher, 2 große Betten, hell und freundlich. Einziger Haken: Keine Dusche und das Klo auf dem Hof (aber immerhin nicht nur ein Loch)
Dann gabs Mittagessen: Suppe, danach was Frittiertes, Kartoffeln und irgendne andere Wurzelknolle, klang wie Okra, aber das wars nicht. Leider ohne was dazu und dementsprechend staubtrocken.... Nach etwas Siesta stiegen wir dann auf den Berg von Patchatata, Vater Erde, um den Sonnenuntergang zu sehen. Dazu sollte man sagen: Der See liegt auf 3800m, der Gipfel 300m hoeher und es ging ständig steil bergauf... Wir schnauften also wie kleine Walrösser, als wir endlich oben waren. Zum Dank für unsre Muehen schob sich dann auch noch eine Wolke vor den ersehnten Sonnenuntergang... Aber der Berg war trotzdem schön. Auf dem Rückweg gabs dann noch ne heiße Schokolade (mit echter Schoki, aber dafür Wasser) und Baileys (!) in nem kleinen Shop/Cafe. Lecker! Danach zurück nach Hause, es gab Suppe und Nudel mit Reis, auch mal was... Und wieder etwas trocken... Danach gabs den typischen Touri-Tanzabend im Dorfhaus, aber wir haben uns geweigert, das klang alles zu gekünstelt, darauf hatten wir keine Lust... Nach einer super ruhigen Nacht und einem kleinen Frühstück starteten wir dann wieder mit dem Boot, es ging zur nächsten Insel Taquile. Etwas kleiner, dafür stärker besiedelt. Und touristischer, da sie näher am Festland liegt und daher auch bei Tagestouren angefahren wird.
Und wieder gings steil bergauf, ca 200 Höhenmeter warens auch hier. Schöne Insel, aber Amantani fand ich schon noch schöner. Mittags gabs dann dort was zu Essen. Suppe und Omelette mit trockenem Reis und trockenen Pommes. Irgendwie fehlt denen hier beim Kochen das gewisse Etwas... Danach gings zurück zum Boot, das um die halbe Insel herumgefahren war. Somit gings gut 500 Stufen bergab, natürlich alle unterschiedlich groß. Nach gut 3h waren wir dann zurück in Puno. Jetzt ist es grade 5 Uhr und ich muss noch 5h warten bis mein Bus - Full Cama - nach Cusco abfährt. Zum Glück ist das Internet spottbillig, 30ct die Stunde (und ausnahmsweise warm) Dann werd ich mir noch in verschiedenen Kneipen und Cafes die Zeit totschlagen und was Essen (nix trockenes, vielleicht ne Pizza mit Extra-Käse?!?) Morgen schau ich mir dann Cusco an und hab ein vorgezogenes Briefing für meinen Inkatrail. Übermorgen gehts ins Sacred Valley und am 22. gehts dann steil bergauf... Inka Trail... Morgen meld ich mich noch mal, dann gehts vermutlich nimmer. Machts gut, bis demnächst...

Donnerstag, 16. August 2012

Titicacasee 14.-16.8.

So, ich habs ein 2. Mal überlebt, den Camino de la Muerte. Mit den beiden Franzosen und einer anderen Agency. Qualitativ ähnlich gut, aber 1/3 billiger. Leider auch ca. 1/3 langsamer ;-( Im Asphaltteil hat der Guide total gebremst, beim 1. Mal hab ich keine Bremsen gebraucht, diesmal leider schon, voll langweilig. Auch im interessanten ersten Offroadteil, hat er's gar nicht richtig krachen lassen. War bei Gravity besser. Da gabs ne genaue Einweisung, wann wie bremsen und wie man möglichst schnell und sicher um die Kurve kommt. Hier wurde einfach nur gebremst. Auch das Ende war nicht so schän, ein alter Pool und nur kalte Duschen. Fazit: Umgekehrt machts Sinn, gemütlich anfangen und dann Vollgas mit Gravity.
Gestern bin ich dann zu einer eigentlich 2tägigen Tour an den Lake Titicaca gestartet. Mit dem Bus von La Paz und einer recht wenig vertrauenserweckenden Fähre nach Copacabana. Übrigens haben die Brasilianer hier den Namen geklaut, nicht umgekehrt!
Schönes verschlafenes Dörfchen. Dann gings mit dem Boot im Schneckentempo zur Isla del Sol, wo ich eigentlich übernachten sollte. Dort angekommen erfuhren wir aber, dass ab dem nächsten Tag irgendwelche Blockaden Copacabana von der Außenwelt abschneiden würden und keine Busse fahren könnten. Ende unbekannt... Also entschied ich mich unfreiwillig dafür, meinen Aufenthalt auf grad mal eine halbe Stunde zu beschränken, mit Inka-Ruinen wars da natürlich auch nix mehr... Also 3h Boot fahren für nix... Naja, war ganz nett ;-) Und so saß ich um halb 7 im Bus und stand ne halbe Stunde später an der peruanischen Grenze. Alles völlig unkompliziert, man muss seine Sachen nicht aus dem Bus holen und hunderte Meter schleppen wie in Südostasien. Nur raus, Stempel, laufen, Stempel, rein. Und um 9 Uhr war ich in Puno, am See auf peruanischer Seite. Schnell ein Hostel gesucht und ab ins Bett... Heute lass ich ganz gechillt angehen, die Sonne scheint. Ich werd ein wenig die nächsten Tage organisieren, morgen fahr ich wahrscheinlich zu irgendwelchen Ruinen am Festland, dann 2 Tage auf die Inseln hier. Danach gehts weiter nach Cusco, wo dann der Inkatrail mit Macchu Picchu ansteht...

Montag, 13. August 2012

Salar de Uyuni 9.-13.8.

Yeah, ich bin zurück in der Zivilisation!!! Nach vier Tagen ohne Handynetz, Warmwasser und Heizung. Aber der Reihe nach: Von Potosi gings im Nachtbus ohne Heizung (dank Schlafsack aber warm) nach Tupiza, im Süden von Bolivien. Um 2 Uhr kam ich an und konnte ein Hotel finden, das 24h geöffnet war. So gabs noch ein paar Stunden Schlaf, denn der Bus, der sich Semi-Cama, also Halb-Bett schimpfte, war ein ganz normaler, bei dem man die Rückenlehnen etwas zurückstellen konnte...
Am nächsten Morgen startete ich dann mit geringen Barschaften, da die einzige vorhandene Bank genau die war, die meine Karten nicht annimmt... In der Tour-Agency traf ich gleich auf einen Haufen netter Leute, die Jeeps wurden beladen und losgings. Ich zusammen mit drei Franzosen, ein Pärchen in meinem Alter, Melody und Arnold und ein 60jähriger, der im Sommer immer seine Frau und Kinder zu Hause lässt, um die Welt zu erkunden... Alle super nett und der englischen und spanischen Sprache mächtig. Vervollständigt wurde das Team durch unsren Fahrer Sebastian und seine Frau (Köchin, Mechanikerin, Mamacita...) Mercedes. Kurzum, wir waren ein super Team!
Am ersten Tag gings quer durchs wilde Bolivien, weiß gar nimmer genau, was wir alles gesehen haben, unterwegs gabs lecker Essen von unsrer Mamacita und reichlich Lollies. Abends kamen wir auf 4200m in einem Dorf an. Dort hatten wir unsre Unterkunft, sehr Basic, keine Heizung, es pfiff durch alle Türen, kein Warmwasser... Also wurden alle Kleidungsschichten angezogen, denn kaum war die Sonne weg, näherte sich die Temperatur dem Gefrierpunkt... Nach einem wieder leckeren Essen mit Suppe und Hauptspeise trieb es uns um 7 in die Schlafsäcke. Und ich muss sagen: Alles richtig gemacht beim Wilderness!!! Ich startete mit vielen Klamotten in meinen beiden Schlafsäcken und unter den vorhandenen Decken, die ca. 1 Tonne wogen... Später wachte ich auf, weils so warm war ;-) Am Ende hatte ich dann nur noch die Skiunterwäsche an und außer meinen Schlafsäcken alles von mir geworfen...
Am nächsten Morgen mussten wir schon um 4 aufstehen... Nach einem eisigen Frühstück gings im genauso eisigen Auto los. Es hatte bestimmt sowas um die -5Grad...
An diesem Tag sahen wir v.a. viele verschiedenfarbige Lagunen, die Wüste von Dali (die er zwar nie gesehen, dafür aber gemalt hatte) und das Highlight, wir kamen zum Agua Caliente, einer heißen Quelle. Hätte nicht viel gefehlt und ich wäre einfach drin geblieben! 38 Grad Wassertemperatur und wieder sauber!
Abends schliefen wir in einer größeren Unterkunft, auch die anderen aus Tupiza gestarteten Jeeps waren dort. Und es gab einen Speiseraum mit altem Böllerofen, juhu! Ich schlief ziemlich gut, diesmal gleich nur in Skiunterwäsche.
Am 3. Tag durften wir bis 7 schlafen ;-) Dann kamen wir zu dem berühmten Felsen von Dali, Arbol de Piedra (oder so). Es gab wieder viele Lagunen und die erste kleinere Salz- oder Boraxwüste. Abends kamen wir am Rande der eigentlichen Salar de Uyuni an. Wir übernachteten in einem Salzhotel, alles aus Salz: Wände, Tische, Stühle, Betten... Und es gab eine warme Dusche! Allerdings gabs nur die Temperatur Nudeln-kochen, also wars auch nicht so toll. So, und jetzt mal wieder das Highlight (alle, die sich an meinen letztjährigen Urlaub erinnern, werden ein Deja-Vue haben): Meine Kamera hat mal wieder den Geist aufgegeben ;-) Same procedure as every year, gleicher Fehler, fährt nicht mehr rein und raus! Kann doch echt nicht sein!!! Jedes Mal die gleiche Scheiße! Vielleicht sollte ich das mit dem Fotografieren einfach ganz lassen... Hab mir aber gerade eben mal wieder eine neue gekauft, auch nix neues, wie letztes Jahr. Auch Sony, d.h. meine Akkus funktionieren und die Speicherkarte auch. Wer also ne Kamera braucht, hab im September mal wieder eine zu verkaufen, auf der anderen ist ja immer noch Garantie... (Neupreis 150$...)
Ok, also weiter im Text. Geschlafen hab ich gut, auch wenn die Nacht wieder um halb 6 zu Ende war, wir wollten zum Sonnenaufgang in der Salar sein. War schon toll, konnts halt nur net fotografieren, aber dank FB werd ich von den anderen alles kriegen.
Zum Frühstück fuhren wir zur Isla Incayuasi oder so ähnlich, auf der gibts zig riesige Kakteen, die mehrere hundert Jahre alt sind. Gefrühstückt wurde wieder stilecht auf Salzmöbeln. Dann gings wieder mitten in die Salar zum obligatorischen Fotoshooting (schwer zu beschreiben, muss ich euch zeigen) Zum Abschluss gings dann noch zum Friedhof der Züge, wo die alten Dampflocks vor sich hin rosten. Dann kamen wir nach Uyuni, wo wir uns nach einem letzten leckeren Mittagessen von unsrer Mercedes und Sebastian trennen mussten. Den Nachmittag vergammelten wir in Uyuni, echt ein Kaff und alles geschlossen. Bis abends endlich der Bus Richtung Zivilisation, La Paz ging. Semi Cama, aber diesmal wirklich. Schlafen war trotzdem schwer, da es die ersten 4h keine echte Straße gab. Dafür aber mehr als genug Heizung, die finden hier einfach kein Mittelmaß!!! Früh um halb 7 war ich dann da, hab ein schönes Hostal gefunden, durfte auch gleich ins Zimmer und noch weng schlafen. Mittags hab ich mich mit Melody und Arnold getroffen. Mach mit ihnen morgen nochmal die Death Road, dann gehts weiter zum Lake Titicaca. Das mit dem 6000er hab ich aufgegeben, fühl mich nicht 100%ig fit, hab seit ner guten Woche ne Erkältung, die nicht wirklich aufhört, also macht das keinen Sinn... Bis demnächst...

Mittwoch, 8. August 2012

Potosi - Tief im Berg 8.8.

Heute früh kostete es mich schon einige Überwindung aus meinem Schlafsack und den drei Decken zu kriechen... Echt kalt! Dann gabs einen dieser leckeren :-) löslichen Kaffees mit einer typischen seltsamen Semmel und noch komischerer Margerine, naja, immerhin war der Kaffee heiß!!!
Dann gings los, im Hof traf ich auf meinen Guide, einen echten Ex-Minero, würde auf 30-40 Jahre tippen, auch wenn er viel älter aussah. V.a. zahntechnisch... Eigentlich dachte ich ja, das wird total touristisch, da ich die Tour im Hostel gebucht hatte, und hab mich schon wieder auf nen Zamschiss vom Karsten eingestellt, aber Fehlanzeige. Ich war der einzige Gringo weit und breit. Im Hostel wurde ich mit oranger Schutzkleidung, Helm und Gummistiefeln ausgestattet, dann gings los zum Markt der Mineros, wo wir nach ausführlichen Erklärungen von Antonio verschiedene Geschenke für die Mineros kauften: Saft, Kekse, Coca (gar nicht mal so schlecht und soll einem in der Höhe helfen), 96%igen Alkohol zum Trinken (Spiritus kann auch kaum schlechter schmecken),... und Dynamit... Dann gings per Bus hinauf auf den Berg, Cerro Rico, in dem seit über 500 Jahren Silber abgebaut wird. Nun gut, heute kaum mehr, früher war Potosi wohl eine der reichsten Städte in Südamerika... Und dann gings für die nächsten 2h hinab ins Dunkle. Krass! Mit den Minen, die man bei uns zu Hause besichtigen kann, in keiner Weise zu vergleichen!!! Und auch kaum zu beschreiben, wahrscheinlich nicht mal, wenn ich euch meine Fotos zeige. Minenarbeiter werden hier nicht alt, die meisten sterben aufgrund des ganzen Staubs, der sich in der Lunge absetzt.
Also, wie gesagt, wirklich beeindruckend! Ich glaub die Fotos muss ich meinen Schülern zeigen, damit sie mal sehen, wie andere Teenager leben! Und das alles unter Bedingungen wie im Mittelalter. Abgesehen davon, dass es jetzt elektrische Stirnlampen statt Kerzen gibt...
Ich war froh, als ich nach 2h wieder ans Tageslicht durfte! Und noch besser war die Dusche, auch wenn sie mehr getröpfelt hat... Zumindest war sie warm. Und vermutlich die letzte für die nächsten 4-5 Tage... Später gehts im Nachtbus nach Tupiza, von wo aus meine viertägige Tour in die Salar de Uyuni startet. Ohne Dusche, Heizung (bei Minusgraden...) und selbstverständlich ohne Internet... Ihr müsst euch also ein paar Tage gedulden bis ich mich wieder melden kann...